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Eine glückselige Fasnet

Narri und Narro

Wer erkennt den freundlichen winkenden Herrn mit dem schwarzen Hut?

 
 
 

Fasnetspredigt zu 1 Kor 3,16-23 und zur Frage der Zukunft der Kirche

Mit „Alaf, Helau, Narri und Narro“

sag ich euch auch heut‘ in der Predigt „Hallo“!

Seit einem halben Jahr lieg ich krank danieder.

So manche Nackenschläge wieder und wieder

haben mir das Lachen fast vertrieben.

Soll ich die übliche Fasnetspredigt also verschieben?

Nein, wie könnte ich Ingrid und euch heute versetzen,

stattdessen nur mit mir selber schwätzen?

So habe ich die Kanzel auch heute erklommen,

auch wenn ich 30 Kilogramm abgenommen,

hoff ich doch, die Kilos fehlen nicht im Hirn,

dass ihr nach der Predigt runzelt die Stirn.

Dazu habe ich bei Paulus in der Schriftlesung gelesen –

und das ließ mich fast schon genesen:

„Wisst ihr nicht, dass ihr der Tempel Gottes seid?“

Der Hl. Geist wohnt in euch und macht euch bereit.

Nicht die Bischöfe und Pfarrer machen die Kirche aus,

nicht die Schönheit und Architektur von einem Gotteshaus.

Nicht auf Geld und Besitz, nicht auf Struktur und Macht,

hat der Herrgott im Himmel tatsächlich Acht.

Dich und mich hat er zu seinem Tempel bestimmt,

durch dich und mich er den Weg zu den Menschen nimmt.

Unsere Fähigkeiten hat er erwählt, unsere guten Gaben,

damit wir mit seiner Botschaft die Welt in Wort und Tat erlaben.

So habe ich heute im Innern die Stimme Gottes vernommen:

Heute ist’s dein Auftrag, zu den Menschen zu kommen.

Ich werde dich stärken und stützen,

dass du predigst mit Worten und Witzen.

Da erklang in mir ein Lied, eine vertraute Melodie,

die will ich nun mit euch singen, weiß nur nicht wie.

Deshalb müsst ihr alle kräftig die Stimme erheben,

damit das Lied und die Kirche beginnen zu leben:

 

Vergiss es nie: Dass du lebst, war eines anderen Idee,
Und dass du atmest, sein Geschenk an dich.

Vergiss es nie: Niemand denkt und fühlt und handelt so wie du,
Und niemand lächelt so, wie du's grad tust.
Du bist gewollt, kein Kind des Zufalls, keine Laune der Natur,
Ganz egal, ob du dein Lebenslied in Moll singst oder Dur.
Du bist ein Gedanke Gottes, ein genialer noch dazu!
Du bist du,
Das ist der Clou,
Ja, du bist du!

 

 

 

 

Die Enttäuschung über Papst Franziskus ist groß.

Am Amazonas ginge eine neue Geschichtsepoche los –

das hatten viele erwartet und erhofft.

Am Ende blieb nur heiße Luft.

Den Pflicht-Zölibat hat Franziskus nicht abgeschafft,

auch dem Frauenpriestertum gab er keine neue Kraft.

Die synodal angestoß‘ne Entwicklung ist schon am Ende,

schrien viele gleich locker, leicht und behände.

Frag ich mich dagegen, ob wir wirklich verstehen,

worum es Franziskus in der Kirche will gehen.

Er schämt sich für ein Priestertum, das oft missbraucht,

zu eigener Macht und Einfluss wurde gebraucht.

Wär denn gesichert, dass verheiratete Priester

nicht gebrauchen ihre Macht noch wüster?

Hätten wir als Priesterinnen womöglich Frauen,

die die Atmosphäre noch mehr versauen?

Egal wer diese alte Rolle für sich belegt,

steht in Gefahr, dass er damit Machtgelüste hegt.

Vielleicht wird Papst Franziskus es viel wichtiger empfinden,

dass das alte Amtsgehabe soll endlich verschwinden,

dass sich Menschen über andere erheben,

vielleicht gar auf deren Kosten leben.

Jeder von uns trägt das wahre Priestertum in sich,

die wahren Priester sind wir alle – du und ich.

Wer die Kirche auf die Ämter beschränkt,

sie in die falsche Zukunft lenkt.

Wer nach Papst, Bischöfen und Pfarrer schreit,

hat sie eigentlich schon entweiht.

Nur wer von den Worten des Paulus wird ergriffen,

hat schlussendlich wirklich begriffen,

dass wir wahrlich keine neuen Priester nötig haben,

wenn sich jeder einbringt mit seinen Gaben.

Bin ich denn mehr Wert in der Kirchenreihe,

nur weil ich habe die Weihe?

Ihr seid die Kirche, ihr seid der Tempel!

Wendet euch ab von allem andern Krempel.

 

Vergiss es nie: Dass du lebst, war eines anderen Idee,
Und dass du atmest, sein Geschenk an dich.

Vergiss es nie: Niemand denkt und fühlt und handelt so wie du,
Und niemand lächelt so, wie du's grad tust.
Du bist gewollt, kein Kind des Zufalls, keine Laune der Natur,
Ganz egal, ob du dein Lebenslied in Moll singst oder Dur.
Du bist ein Gedanke Gottes, ein genialer noch dazu!
Du bist du,
Das ist der Clou,
Ja, du bist du!

 

 

Hört endlich auf, neue Priester aufzuspüren,

immer wieder den alten Kuchen zu rühren.

Fangt endlich an, die Menschen an euren Orten zu entdecken,

die Gaben und Talente, die da sind, zu erwecken.

In jedem Getauften wohnt der Heilige Geist,

und das bedeutet doch immer und allermeist,

dass da etwas offen oder im Verborgenen liegt,

was vor Gott wichtig ist und ganz schön viel wiegt,

was den anderen Menschen kann dienen,

die Frohbotschaft verkünden auf verschiedenen Schienen,

damit das von Gott gewollte Leben die Menschen erreicht,

damit Ungerechtigkeit und Not endlich weicht.

In jedem Menschen stecken Leidenschaft und Esprit,

beginnt das einmal zu leuchten so stark wie nie,

dann – das sage ich ganz vermessen –

können wir getrost alle Priester vergessen.

Wenn jede, jeder seine Talente hier würde entfalten,

wäre die Kirche vor Begeisterung nicht mehr zu halten.

Stattdessen beschränken wir uns aufs Amt mit seinen Würden

und verstecken damit die Kirche hinter allzu großen Hürden.

Die Menschen, die eigentlich die Kirche sind,

verstecken sich bescheiden wie ein Kind,

statt selbst – wie man heute sagt – den Tempel zu „rocken“,

sie mit ihren Talenten wartend im Abseits hocken.

„Ihr seid die Kirche. In euch wohnt der Geist.“

Deshalb tut nicht so, als wärt ihr verlassen und verwaist.

Weil euch die Priester fehlen,

ihr euch mit Zölibat und andern Fragen tut quälen.

Mit Papst Franziskus träume ich davon,

dass eine jede, ein jeder begreift endlich und schon,

dass genügend Lebenskraft in uns allen steckt,

dass der Geist uns zu großen Taten erweckt.

Schaut nicht trübsinnig die Leerstellen an,

sondern macht euch an die Frohbotschaft ran.

Vor allem traut jedem bei euch etwas zu,

dann kommt Bewegung in die Sache im Nu.

Wenn alle, die hier heute in der Kirche hocken,

mit ihren Talenten die Frohbotschaft „rocken“,

dann wird die Freude Gottes unter uns wahr,

sind die Priester auch noch so rar!

Deshalb finde ich es nur gut,

wenn unser Lied euch dazu macht Mut!

 

Vergiss es nie: Dass du lebst, war eines anderen Idee,
Und dass du atmest, sein Geschenk an dich.

Vergiss es nie: Niemand denkt und fühlt und handelt so wie du,
Und niemand lächelt so, wie du's grad tust.

Du bist gewollt, kein Kind des Zufalls, keine Laune der Natur,
Ganz egal, ob du dein Lebenslied in Moll singst oder Dur.
Du bist ein Gedanke Gottes, ein genialer noch dazu!
Du bist du,
Das ist der Clou,
Ja, du bist du!

 

So habe ich heute zu euch mit wackliger Stimme gesprochen,

meine Genesung wird sicherlich brauchen noch so manche Wochen.

Doch bin ich auch in meinen Gaben gerade eingeschränkt,

so möchte ich doch, dass ihr meine Worte bedenkt,

dass ihr daraus Mut schöpft für das Morgen

und euch nicht ergebt jammernd in euren Sorgen.

Wenn ihr deshalb gestärkt heute dieses Haus verlasst,

wenn ihr merkt, ihr hättet sonst etwas verpasst,

dann bitte ich mich zu bestätigen, ihr Herren und Damen,

und am Ende mit mir zu sprechen das Amen.

(Hans-Joachim Remmert)

 
 

Pilgerfahrt auf den Spuren des Diözesanpatrons

Stationen sind Worms, Mainz und Trier und Luxemburg

Rottenburg. Im kommenden Jahr lädt die Diözese Rottenburg-Stuttgart nach einer dreijährigen Pause wieder zu einer großen Diözesanpilgerfahrt ein. Diese führt von Dienstag bis Samstag, 2. bis 6. Juni 2020, auf die Spur des Heiligen Martin von Tours und steht unter dem Motto „Martinus begegnen“. Stationen sind Worms, Mainz, Trier und Luxemburg.

Die Fahrt startet am Dienstag, 2. Juni, mit mehreren Bussen von unterschiedlichen Orten innerhalb der Diözese. Die erste Station ist Worms. Nach einem Pontifikalamt gibt es eine Führung durch den romanischen Kaiserdom. Von dort geht es weiter nach Mainz. Hier beginnt am 3. Juni eine zwölf Kilometer lange Pilgertour von Bodenheim über die Laubenheimer Höhe zurück nach Mainz. Nach einem Gottesdienst im Mainzer Dom geht es weiter nach Trier. Dort stehen tags darauf unterschiedliche Stadtführungen für die Pilger auf dem Programm. Danach versammeln sich die Teilnehmer der Fahrt in der Konstantinbasilika zum Gottesdienst und sehen abends gemeinsam den Film „Sankt Martin – Soldat, Asket, Menschenfreund“ über den Heiligen Martin von Tours, der Patron der Diözese Rottenburg-Stuttgart ist.

Am Freitag, 5. Juni, erreicht die Gruppe mit dem Bus die Gemeinde Igel. Von dort aus geht es auf den 4,5 Kilometer langen Pilgerweg zur Martinskirche in Wasserbillig, in der Bischof Gebhard Fürst eine Andacht halten soll. Danach reist die Gruppe per Bus weiter nach Luxemburg. Geplant sind ein Stadtrundgang sowie die Besichtigung der Kathedrale „Zur Lieben Frau“. Zum Ende ihrer Pilgerreise besuchen die Teilnehmer am Samstag, 6. Juni, die Stadt Speyer. Nach einem Pontifikalamt in der St. Josephskirche und einer Stadtbesichtigung geht es schließlich zurück in die Diözese Rottenburg-Stuttgart.

Interessierte können sich über das Anmeldeformular auf der Webseite www.pilgerstelle-rs.de anmelden. Weitere Informationen gibt es bei der Diözesanpilgerstelle des Caritasverbands unter Telefon 0711/2633-1233 oder -1234; E-Mail: pilgerstelle@caritas-dicvrs.de