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Der Klosterfriedhof im Schnee

Gemälde von Caspar David Friedrich (s/w-Foto)

Mitten im Schnee ein Friedhof.
Eisige Kälte.
Abschiedszug
durch die Ruinen des Seins.
Was wird bleiben?


 

Ich stelle mir vor
die Jüngerinnen und Jünger Jesu
am Karsamstag
vor den Trümmern dessen,
was sie erhofft und ersehnt hatten.

Die alten Säulen tragen nicht mehr.
Eine letzte Messe.
Abschied in einer verfallenden Welt.
Das Grab schon ausgehoben.
Die Schaufeln lieblos daneben.

Das Grab ist leer.
Sie sind am Ende.
Da ist nichts mehr.
Sie gehen zurück nach Galiläa.
Wieder ein gescheiterter Prophet.

Kahle Bäume,
die keine Blätter mehr tragen.
Alles scheint am Ende.
Begraben unter dem Schnee.
Tot!

Ein paar Frauen bleiben.
Können die Hoffnung nicht loslassen.
Weinen um ihn.
Suchen nach ihm.
Trauern.

 

Zwischen den kahlen Bäumen,
zwischen den Ruinen,
durch die Wolken hindurch
ein Licht
über allem Tod.



Ich stelle mir vor
und weiß eigentlich nicht wie,
dass da etwas passiert ist,
das alles verändert hat,
ließ die Frauen ihre Tränen vergessen,
die nach Hause Geflüchteten wieder aufbrechen

Das Schwere des Todes nicht wegnehmend.
Die Ruinen nicht wieder aufrichtend.
Das Grab bleibt.
Und dennoch eine leise Hoffnung,
ein sanftes Licht,
das die Kälte des Todes überwindet

Und sie trugen dieses Licht in ihrem Herzen
in die Welt hinaus,
stellten es auf die Gräber dieser Welt,
dass es nicht aufhöre,
denen Mut zu machen,
die da weinen und trauern.

Hans-Joachim Remmert